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Frage:
Was ist Double Loop Monocable (DLM) ?

Antwort:
Double Loop Monocable
DLM – Doppelmayr Weltneuheit

Erklärung des Systemnamens:
DLM steht für „Double Loop Monocable Gondola“ – auf gut deutsch „Doppelschleifen- Einseil- Gondelbahn“.

Mit diesem vom Englischen übernommenen Kurzausdruck bringt Doppelmayr in drei Buchstaben die Technologie dieses Systems zum Ausdruck.

DMC-DLM Vergleich
Hauptunterschiede: DMC
DLM
Seilführung Zwei Schleifen Eine Doppelschleife
Antrieb Zwei Antriebe mit elektrischer Zusammenschaltung
und mechanischer Verbindung im Bremsfall
Ein Antrieb mit zwei Scheiben
Spannen von Seil Zwei Spannvorrichtungen Eine Spannvorrichtung
Fahrzeuge Zentrales Gehänge Zwei aussenliegende Gehängearme
Stützenrollen Zwei aussenliegende Batterien Zentrale Doppelbatterien


DLM - System - Vorteile
Die wesentlichen System-Vorteile der DLM kurzgefasst

1. DLM-Doppelmayr-Patent von Ing. Bernd Meindl
Doppelt gelegte Einseilschleife

a) garantierter Gleichlauf der beiden Seile
b) kein Differential (elektrisch usw.)
c) beim Bremsen keine Verschiebung der beiden Seile
d) unproblematisches Notantriebsfahren
e) selbstregulierendes Verhalten der Antriebsscheiben-Rillen

Durch a) - e) => höchste Betriebsbereitschaft

2. Weiterverwenden von bestehenden Bauwerken wie
-Stützenschäfte
-Stützenfundamente
-Gebäude
3. Große Seilfelder (Gaislachkogl 860m)

4. Keine Wagenführer in Kabinen

5. Optimale Platzausnützung in den Stationen durch Ein- und Aussteigen im Bogen

6. Durch Fachwerk

-keine großen Gebäude
-Stationen funktionsgerecht verkleidet
7. Wind-Stabilität
bis 100 km/h Betrieb möglich


DLM Gaislachkoglbahn – Superlative und Weltneuheit

Doppelseil-Umlaufbahn (DUB – Systembegriff der österreichischen Behörden) – bahnbrechender Durchbruch in der Seilbahntechnik für Modernisierung alter Pendelbahnen; Doppelmayr und die Ötztaler Gletscherbahn Ges.m.b.H. & Co. KG – Pioniere in der Entwicklung dieser neuen Technik.

Förderleistungserhöhung
Die aus dem Jahre 1964 stammende Ötztaler Gletscherbahn, eine Pendelbahn in zwei Teilstrecken, jedoch mit durchgehenden Tragseilen, hat mit ihrer Förderleistung von 450 Pers/h nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprochen.
Die Ötztaler Gletscherbahn Ges.m.b.H. & Co. KG hat sich daher entschlossen, die altgediente Bahn durch eine neue Anlage mit wesentlich erhöhter Förderleistung zu ersetzen. Nach genauer Prüfung der Frage, welches Seilbahnsystem die gestellte Aufgabe am besten bewältigen könne, wurde das für Österreich neue System der DLM gewählt und die Fa. Doppelmayr mit der Planung dieses vom französischen DMC-System abgeleiteten Bahntyps betraut.

DLM als System gewählt
Ausschlaggebend für die Wahl des DLM-Systems war die Möglichkeit, die Stützen- und Stationsbauwerke zumindest teilweise zu erhalten und die bestehende Pendelbahntrasse mit ihren zum Teil langen Seilfeldern und großen Bodenabständen weiterverwenden zu können.

Seilrechnung
Das Planungsbüro Dipl. Ing. Willi Kaul wurde mit den seilbahntechnischen Berechnungen betraut.

Klären von Fragen mit der österreichischen Behörde
Wie immer bei neuen Seilbahnsystemen, die nicht in allen Punkten mit der geltenden Vorschriftenlage in Einklang zu bringen sind, mußte mit der österreichischen Seilbahnbehörde eine Reihe von technischen Vorfragen geklärt werden, ehe im Herbst 1986 die Konzession für die neue Seilbahnâuf den Gaislachkogl erteilt werden konnte. Diese Fragen wurden nach Ansicht aller Beteiligten so gelöst, daß im Vergleich mit konventionellen Seilbahnsystemen keine Verringerung des Sicherheitsniveaus eintritt. Die entscheidenden Punkte waren folgende:

-Der wagenfassungsraum beträgt 24 Personen, ein Wagenbegleiter ist jedoch nicht vorgesehen.

- Der größte Bodenabstand überschreitet die bei Umlaufbahnen zugelassene Grenze von 60m. Da die Ausrüstung jedes Fahrzeuges mit einer funktionsgerechten Bergeausrüstung – unter der Voraussetzung, daß ein Bergemann jedes Fahrzeug in vertretbarer Zeit erreichen kann – Bedingungen wie bei Pendelbahnen schafft, konnte auf diese Begrenzung verzichtet werden.

Größte Umlaufbahn der Welt
Die Gaislachkoglbahn überwindet wie die alte Ötztaler Gletscherbahn bei eriner schrägen Länge von 4 km einen Gesamthöhenunterschied von 1671m (!). Dies Strecke ist wie früher durch eine Zwischenstation unterteilt, in der ein Durchfahrbetrieb der Fahrzeuge nicht vorgesehen ist. Dies wurde bei der Planung ganz bewußt in Kauf genommen, da die beiden Teilstrecken mit stark
Unterschiedlichen Förderleistungen betrieben werden. So hat die untere Sektion eine Förderleistung von 2600 Pers/h und ist in erster Lionie als Zubringerbahn zur Zwischenstation gedacht, von der aus die Schifahrer breitgefächert in das gesamte Söldener Schigebiet verteilt werden können; die zweite Teilstrecke ist als Bahn für Wiederholungsfahrten konzipiert, die mit einer Förderleistung von nur 1000 Pers/h nicht zu viele Schifahrer in die selektiven oberen Schiabfahrten des Gaislachkogls bringt. Es ist selbstverständlich auch möglich, etwa aus Witterungsgründen oder wegen der Schneeverhältnisse sowie in bestimmten Störungsfällen, eine der beiden Teilstrecken alleine zu betreiben. Die Antriebsleistung beträgt 2300kW (3150 PS). Als größte Nennfahrgeschwindigkeit ist 6 m/s vorgesehen, vorerst beträgt die Nennfahrgeschwindigkeit 5 m/s.

Weiterverwendung bestehender Bausubstanz

- Die Hochbauten der Tal-, Zwischen- und Bergstation wurden zwar nach Möglichkeit weiterverwendet, große Umbauten und Zubauten waren jedoch unvermeidlich.

- Das bestehende Restaurant der Zwischenstation blieb selbstverständlich erhalten. Der Rest der Station mußte umgebaut und an der Nder Nordseite um eine Bahnhofshalle erweitert werden, denn hier ist die Garagierung der Wagen vorgesehen.

- Das bekannte kreisförmige Bergrestaurant knapp unterhalb des Gipfelkreuzes wird in Hinkunft das architektonische Bild der Bergstation etwas weniger dominieren als bisher, da das Dach der Wagenhalle wegen des Platzbedarfes der seilbahntechnischen Einrichtungen gehoben und die Station streckenseitig verlängert werden mußte.

Patent für neue Idee der Seil-Synchronisation
Eine Fülle neuer Ideen prägt die gigantische Seilbahntechnik der Gaislachkoglbahn. Das doppelte Förderseil läuft in der Zwischenstation durch, sodaß nur ein gemeinsamer Antrieb für beide Teilstrecken benötigt wird. Aus Gründen der Stromversorgung ist der antrieb in der Talstation geplant. In der Bergstation ist die hydraulische Spanneinrichtung für eine Grundspannkraft von 4 x 530 kN und mit einem Spannweg von 17m (!) angeordnet. Dieser große Spannweg wird durch zwei Tandem-Zylinder bewältigt, die aus je zwei gekoppelten Einzelzylindern mit einem Hub von 8,5m bestehen. Bei der DLM müssen die beiden parallel geführten Förderseile bekanntlich synchron angetrieben werden, da die Fahrzeuge an beiden Seilen angeklemmt sind. Im Gegensatz zu den französischen Vorbildern, bei denen zwei getrennte Förderseilschleifen mit getrennten, jedoch elektrisch synchoisierten Antrieben verwendet werden („elektrisches Differential“), hat sich Ing. bernd Meindl (Chef-Konstrukteur der Fa. Doppelmayr) zur Ausführung einer einzigen in sich geschlossenen, aber doppelt gelegten Förderseilschleife entschlossen. In Zusammenarbeit mit Univ. Doz. Dr. Dipl.-Ing. Josef Nejez und der ETH Zürich wurden umfangreiche Berechungen und versuche gemacht. Ein Modell im Maßstab 1:25 wurde gebaut , um das Prinzip zu verifizieren. Ein der Realität sehr nahe kommendes Modell M:1:3 diente dazu, die Kräfteverhältnisse zwischen Theorie und Praxis zu bestätigen.

In der Antriebsstation befindet sich eine zweirillige Antriebsscheibe, genauer gesagt, zwei im Betrieb fix verbundene Antriebsscheiben, und in der Spannstation zwei auf einer gemeinsamen Achse im Spannwagen gelagerte, jedoch einzeln drehbare Umlenkscheiben. Diese Anordnung ergibt zwangsläufig einen Gleichlauf der beiden Förderseilstränge – wenn die Durchmesser der beiden Antriebsscheiben exakt gleich groß sind. Was passiert jedoch, wenn sich ein Scheibenfutter aus irgendeinem Grund stärker abnützt? Diese Frage wurde zunächst anhand eines Tischmodells untersucht, dessen Scheiben mit einer Futterung aus Gips versehen waren. Dort konnte man beobachten, daß bei ungleichen Scheibendurchmessern die Abnützung auf der größeren Scheibe größer ist, sich die beiden Durchmesser also selbsttätig angleichen. Um diese für das gewählte System ganz wesentliche Tendenz zu untermauern, wurde auf dem Firmengelände von Doppelmayr eine ca. 100m lange Versuchsanlage aufgebaut. Im Einvernehmen mit der österreichischen Seilbahn-Aufsichtsbehörde wurde Prof. Dr. Gabor Oplatka vom Institut für Leichtbau- und Seilbahntechnik der ETH Zürich mit der Durchführung von Messungen und mit der theoretischen Untersuchung der Einseilschleife mit zweirilliger Antriebsscheibe beauftragt. Die Tests waren positiv, sodaß Doppelmayr mit diesem Prinzip an das Projekt wagte. Das Förderseil mit einem Nenndurchmesser von 52 mm und einer Gesamtlänge von über 16 km wurde in zwei Stücken mit einem Gewicht von je 85t geliefert.

Aufhängung der Kabinen
Die Seilbahnwagen sind Kabinen von CWA für eine Beförderung von 24 stehenden Personen.
Beim System des Klemmwagens und des Gehänges ist Ing. Bernd Meindl von Doppelmayr neue Wege gegangen. Während in Frankreich die Wagenkasten von einem Zentralgehänge getragen werden und der Klemmwagen zwischen den Förderseilsträngen angeordnet ist, greifen bei der Doppelmayr- Ausrüstung die Klemmapparate von außen gegen die Förderseile.

Bauablauf
Wegen des ungewöhnlich großen Umfanges des Bauvorhabens wurde der Bauzeitplan auf zwei Jahre erstreckt. Im ersten Winter wurden jene Arbeiten an den Hochbauten durchgeführt, die trotz Weiterbetrieb der Ötztaler Gletscherbahn – die ja im Winter 1987/88 noch unbedingt gebraucht wurde – durchgeführt werden konnten.
Im Jahre 1988 mußte dann die Ötztaler Gletscherbahn abgetragen und die neue DLM montiert werden. Die Gesamtkosten für diese neue Seilbahn der Superlative machen öS 185 Millionen aus.


ELIN
Elektrotechnische Ausrüstung (Merkmale)
der DLM Gaislachkogl Sölden

Antrieb:
4-Motorenantrieb (4 Gleichstrommotoren je 560 kW)
=2300 kW Antriebsleistung
=3590 kW Anfahrleistung
entspricht einem Anfahrgleichstrom von ca. 9000A.

Steuerung:
a) Relaistechnik für Sicherheitskreise (behördliche Forderung)
b) Freiprogrammierbar (SPS), teilprogrammierbar, alle Meldungen mit Erstwertspeicherung.

Regelung:
Analogregler in 19“ Europaformat Einschubtechnik.

Ladegeräte:
Für Stationssicherheitskreise in 19“ Europaformat-Ausführung.

Antrieb der Wagenbeschleuniger und Verzögerer mittels Asynchronmotoren, Antriebsleistung pro Beschleuniger bzw. Verzögerer 45 kW, Speisung der Asynchronmotoren mit Frequenzumrichter in 4-Quadrantenausführung mit Momentensteuerung.

Steuerung und Regelung der Spannhydraulik mit GS-Motor und Stromrichter, Leistung 55 kW, Ausführung der Steuerung in 19“ Einschubtechnik mit Erstwertmeldung.

Bahnhofsteuerung:
Betätigung der Bahnhofweichen über Taster im Mosaikschaubild sowie automatische Steuerung der Weichen zum Beschicken und Entleeren der Bahn über freiprogrammierbare Steuerung.

Signalübertragung:
Von Station zur Station konventionell über Streckenkabel. Zu den Fahrbetriebsmitteln bzw. Gondeln über Funk mit Rufempfänger, jeder Wagen einzeln ansprechbar zur Informationsübermittlung an die Fahrgäste, Versorgung der Rufempfänger durch Solarkollektroren.


Daten der Gaislachkoglbahn


Pendelbahn
DLM Gondelbahn
Doppelmayr
ALT
NEU
I
II
I
II
Antrieb
Berg
Tal
Tal
Tal
Spannvorrichtung
Tal
Berg
Berg
Berg
Förderleistung
450
450
P/h
2600
1000
Leistung
360
360
kW
2300
Tragseil
63
63
mm
--
--
Zugseil
29
29
mm
--
--
Förderseil
--
--
mm
2 x 52
Seilgewicht kg
170.000
Seilspur
4,8 - 6,0
m
6,0 / 0,65
Höhenunterschied
1670
m
1670
Schräge Länge
4017
m
4017
Seillänge
m
16.350
Fahrgeschwindigkeit
7,0
m/s
5,0 Anfang
6,0 Ende
Fahrbetriebsmittel
2
2
Stk
25
13
Platz/Kabine
45
45
Pers
24
24
Max. Seilfeld
860
m
860
Tragstützen
10
Stk
11
Niederhaltestützen
--
Stk
2
Antriebsseilscheibe
Ø 3,0
m
Ø 5,0
Umkehrseilscheibe
Ø 2,6
m
Ø 6,2 – Ø 5,8
Max. Wind quer zur Bahn
15
m/s
25
54
km/h
90


 Antwort von: Ram-Brand / Letzte Änderung 28.05.2005, 10:52


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